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Naked Weapon - 赤裸特工 (2002)



Mädchen wie Charlene, Jing oder Katt werden bereits im Kindesalter entführt und an einem abgelegenen Ort ausgebildet. Viele Jahre später sind sie emotionslose, bestens trainiere Auftragskillerinnen die weder von den Schurken dieser Welt noch Polizisten gefasst werden können. Doch eines Tages kommt Ermittler Jack Chan den Frauen auf die Spur und löst ganz unerwartet Gefühle bei Charlene aus, die die Situation völlig verändern...

Oh man, was hat sich Hong Kongs Produzenten- und Autorenlegende Wong Jing (City Hunter, Naked Killer) denn da wieder bei gedacht? Jing ist im asiatischen Filmbusiness natürlich längst bekannt für seine teils fragwürdigen, teils großartigen, aber meist miserablen Arbeiten. Sein Drehbuch zu Naked Weapon und damit dem quasi Sequel zu Naked Killer schlägt jedoch dem Fass den Boden aus. Die Dialoge sind eine absolute Zumutung, in der deutschen Fassung schon fast legendär großartig ("Eines musst du wissen, ich mag es eher traditionell" - "Du musst auch eines wissen, es ist okay"). Auch die Story ist schaurig. Zwar beginnt sie noch recht interessant als Mischung aus Battle Royale und den Hunger Games, wirkt nach dem Prolog jedoch viel zu sprung- und lückenhaft. Logik spielt in diesem Film keine Rolle. Auch die Regie Ching Siu-Tungs (A Chinese Ghost Story) fördert keinen anderen Eindruck. Inhaltlich ist Naked Weapon einfach wenig nachvollziehbar, insbesondere die komplett deplatzierte Vergewaltigungsszene nach einem Drittel des Films ist völlig misogyn und falsch. Ansonsten bedient sich Naked Weapon bei allen möglichen Genre und Filmen die Anfang der 2000er noch angesagt waren (John Woo, The Matrix). Letztlich ist Siu-Tsungs Film pure Exploitation, aber nur selten gute, denn leider hat man den Sleaze-Faktor, für den Wong Jings Drehbücher eigentlich bekannt sind, völlig außer Acht gelassen.


Trotz aller Kritikpunkte ist Naked Weapon für mich aber auch ein insgeheimer Guilty Pleasure. Unterhaltung und Action stehen im Mittelpunkt des Films und in diesen Punkten ist der Film durchaus tauglich. Der Film ist kurzweilig, wenn auch deutlich zu rasch erzählt und begeistert mit einigen richtig stark choreografierten Martial Arts, auch wenn man jenen ansieht, dass sie von A bis Z durchgeplant sind. Ohnehin wirkt die Action eher wie Tanz statt Kampf. Der extreme Einsatz von Wirework lindert diesen Eindruck nicht, dafür geizt Naked Weapon nicht mit einigen expliziteren Gewaltszenen. Leider hat man es auch mit dem Sounddesign massiv übertrieben und so zieht jeder Schlag, jeder Sprung und jeder Tritt einen völlig übertriebenen Basseffekt hinterher. Grausam. Immerhin wusste Siu-Tung, dass seine Hauptdarstellerinnen im Regen am besten aussehen. Jene sind auch die Highlights des Films, vor allem die mittlerweile auch in Hollywood bekannte, charismatische Maggie Q (Divergent-Franchise, Live Free Or Die Hard, Nikita-Serie). Zwar gibt es hier keine großen Performances, aber zweckmäßige. Fans von Asia-Trash können sich Naked Weapon durchaus mal gönnen. Gehirn ausschalten, einfach berieseln lassen. Behauptet aber nicht, ich hätte euch nicht gewarnt, die Geschichte von Naked Weapon ist so dünn, wie das Papier auf dem sie geschrieben wurde.

OT: 赤裸特工 IT: Naked Weapon VÖ: 2002 Laufzeit: 90 Minuten Minuten FSK: SPIO/JK R: Ching Siu-Tung D: Anya, Maggie Q, Daniel Wu
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Christian

Bildquelle: Media Asia, Nameless

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