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Scream (2015) - Season 1



In der eigentlich ganz gewöhnlichen Stadt Lakewood wird Highschoolschülerin Nina Patterson des nachts Opfer eines grausigen Verbrechens in ihrem Elternhaus. Doch damit wird scheinbar erst die Mordlust eines Serienkillers entfacht der nach Schülerin Emma und ihren Freunden trachtet. Und irgendwie scheint das Umfeld und die Vergangenheit Emmas mit den Morden zusammenzuhängen. Netflix und MTV haben sich verbündet um eine Serienadaption des berühmten Filmstoffs Wes Cravens zu produzieren, ohne jedoch die Klasse der Filmreihe auch nur im Ansatz zu erreichen...

...denn mit dem Film-Franchise hat die Scream TV-Show trotz des Namens und den Produktionsanteilen Wes Cravens gefühlt wenig zu tun. Klar, die Eingangssequenz der Serie entspricht einer einfallslosen Adaption des berühmten ersten Kills der Filmreihe. Und ja, die Serie nutzt die (mittlerweile völlig ausgelutschte) Metaebene. Ja es gibt einen maskierten Killer und ein paar Teens. Aber das macht aus Scream noch lange kein Scream. Die Figuren der Serie sind komplett austauschbar und zum Großteil auch noch gänzlich unsympathisch. Wenn man in einer solchen Konstellation nicht mal einen Spielfilm aushält, wie dann eine zehn Episoden umfassende Staffel? Und trotz der durchaus vorhandenen Slasher-Anteile entpuppt sich Scream hauptsächlich als Rip-Off von Pretty Little Liars und Gossip Girl. Bla Bla Upload hier, youtube da, Podcast hier. Das ist alles so hip, modern und aufgesetzt. Nicht mal die traditionelle Maske wurde verwendet.


Obwohl eine solche Serie eigentlich von Thrills leben müsste, wird hier keine Spannung erzeugt. Die meisten Folgen sind regelrecht langweilig und beschäftigen sich mit völlig uninteressanten Nebenplots gemäß dem 1x1 der kleinen Dramalehre. Wer schläft hier mit wem? Wer betrügt wen? Fragen über Fragen, dessen Klärung den meisten Zuschauern jedoch völlig egal sein dürften. Aus meiner Sicht richtet sich Scream weniger an die Fans des Franchise, als an das Mystery-Serien-Publikum. Zwar gibt es hier und dort ein paar Gewaltspitzen, aber um diese zu erleben, müsste man schon gegen die permanente Müdigkeit, erzeugt durch Langeweile, ankämpfen. Grusel ist hier Fehlanzeige. Häufig wirkt Scream sogar wie eine Daily-Soap, was Dialoge, Inhalte und Produktionsaufwand angeht. Kein Zufall ist da das aufdringliche Overacting der Darsteller, welches im Serienbereich eigentlich mit Melrose Place ausgestorben war.


Scream ist eine extrem konventionelle, öfters sogar ziemlich langweilige Serie, die wirklich nichts mit dem Original zu tun hat. Keine Figuren, keine Handlungen, keine Anspielungen. Und dieser Mangel an Verbindungen lässt die Scream Serie aus meiner Sicht scheitern. Da ist es wenig förderlich, dass die Netflix/MTV Co-Produktion auch nur durchschnittlich gefilmt ist. Lediglich der poppige Soundtrack u.a. von den begnadeten Oh Wonder überzeugt. Zu Ende gesehen habe ich die erste Staffel trotzdem. Denn hat man sich erstmal soweit vorgekämpft, will man die große Auflösung, wenn es denn eine gibt, auch nicht verpassen. Immerhin erhöht sich das Tempo in den letzten Episoden und macht wenigstens etwas Hoffnung auf die bereits laufende zweite Staffel.

OT: Scream VÖ: 2015 Laufzeit: ca. 40 Minuten Minuten FSK: 16 C: Jay Beattie, Jill E. Blotevogel, Dan Dworkin D: Willa Fitzgerald, Carlson Young, Tracy Middendorf, John Karna
Trailerlink

Christian

Bildquelle: MTV, Netflix

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