HOME | AUTOREN | BEWERTUNGSSYSTEM | IMPRESSUM

Star Trek - Beyond (2016)



Etwas mehr als die Hälfte ihrer fünfjährigen Expedition durch das All hat die USS Enterprise mit Captain James T. Kirk, Mr. Spock und der restlichen Raumschiffbesatzung nun hinter sich gebracht. Die Leichtigkeit ist verschwunden. Die Reise wird hinterfragt. Die Anstrengungen offensichtlich. Doch dann bekommt die Enterprise die Möglichkeit unerforschtes Territorium zu befliegen, aber schnell wird klar, dass man in den Hinterhalt eines neuen Bösewichts gelandet ist und das Enterprise-Team nun Zusammenhalt und Kampfgeist unter Beweis stellen muss.

Was war die Kritik groß nach den Star Trek Beyond Trailern im letzten halben Jahr? J.J. Abrams sollte den Regiestuhl für Fast & Furious Aufpolierer Justin Lin freimachen. Die ersten Ausschnitte waren laut, bunt und sahen nach allem aus, aber nicht nach der guten, alten Institution Star Trek, die über Jahrzehnte hinweg Millionen von Fans zusammengebracht hat. Und dann diese Musik? Was haben die Beastie Boys und ihr Track "Sabotage" mit Science-Fiction, dem Weltall und fernen Planeten zu tun? Und mit der Antwort auf diese Frage beginne ich mit der Aufklärung. Tatsächlich kommt "Sabotage" auch im fertigen Film vor und sorgt wohl für eine der besten Musikmontagen der letzten Jahre auf der Kinoleinwand. Ein genialer Gänsehautmoment der euch den Arsch wegblasen wird. Nicht nur hier zeigt Star Trek Beyond seine Stärken, die vor allem im Kino zur Geltung kommen. Regisseur Justin Lin behält den Abrams Look der Reboot-Reihe bei, ändert sie jedoch um Nuancen ab, die für den Film einen absoluten Gewinn darstellen. Zwar ist die Kameraführung durchaus gewöhnungsdürftig, in Kampfszenen sogar bournesk unübersichtlich, aber was die Beteiligten optisch in Beyond auf das Parkett legen ist der Wahnsinn. Letzte Woche habe ich noch die Spezialeffekte aus Independence Day 2 gelobt, aber das ist ein Kindergarten im Vergleich. Ohne Übertreibung, die Effektarbeit von Beyond gehört zum besten was das Kino tricktechnisch je zu bieten hatte.


Die wichtigste Nachricht für alle Trekkies und Trekker ist die Rückkehr des Star Trek Gefühls. Während der Vorgänger Into Darkness mit Abstand betrachtet zwar den Zeitgeist, aber nichts von der bekannten Star Trek Atmosphäre einfing, beruhigt Beyond die Fans. Im Drehbuch geht es um's Entdecken, Abenteuer, tolle Figuren und Weltraumdiplomatie. Hier dürfte vor allem durch die Besetzung von Comedy-Ass und Scotty-Darsteller Simon Pegg als Autor frischer Wind ins Universum gelangt sein. Der Humor sitzt, übertreibt nie und wird vor allem durch die Performances des tollen Casts vermittelt. Chris Pine ist mittlerweile ziemlich gut in die Rolle des Kirk hinein gewachsen und entwickelt dabei sogar ziemlich viel Eigenständigkeit. Doch Pine muss aufpassen, denn zwei andere Figuren stehlen ihm ganz schön die Show in Star Trek Beyond. Auf der einen Seite haben wir da die toughe Kriegerin Jaylah - unglaublich sympathisch und toll gespielt von Sofia Boutella. Definitiv eine Rolle für deutliche größere Auftritte in Zukunft. Und zur Überraschung aller dürfte Karl Urban als Bordarzt McCoy der heimliche Star des Films sein. Die gemeinsamen Szenen mit Mr. Spock gehören definitiv zu den Highlights des Films. Karl Urban hat die deutliche größere Screentime seiner Rolle mit seinem Spiel definitiv gerechtfertig. Leider kommen dafür zwei andere Figuren etwas zu kurz. So gerne ich die großartige Zoe Saldana sehe, so schmerzhaft war es, sie in nur wenigen Szenen sehen zu dürfen. Und obwohl Bösewicht Krall deutlich wirkungsvoller ist als Benedict Cumberbatch als Khan im Vorgänger, so wirkt die eigentliche Magie des Darstellers Idris Elba unter der Maskerade verschenkt.


Star Trek Beyond ist vermutlich der bis dato zugänglichste Star Trek Film, der auch die Pforten für Neulinge weit öffnet, dennoch kann ich nicht anders, als dieses runde, zweistündige Abenteuer im All zu empfehlen. Die Story wird extrem kurzweilig und unterhaltsam erzählt, lediglich der Showdown wirkt etwas gestreckt. Auch Szenen die auf den ersten Blick etwas albern wirken, sind im Kontext letztlich gelungen. Beyond ist einfach ein Film der Spaß macht und die Lust auf mehr aus diesem Universum weckt. Sei es die Begeisterung auf das alte Material oder die Vorfreude auf den nächsten Ausflug mit Kirk, Spock und Co.! Also Leute, lasst euch nicht vom Trailer täuschen, geht ohne Vorbehalte in Star Trek Beyond und genießt den zweistündigen Ausflug mit der Enterprise! Im übrigen ist Beyond auch der cineastische Abschied von Leonard Nimoy und Anton Yelchin. Mögen sie beide in Frieden ruhen.

OT: Star Trek Beyond VÖ: 2016 Laufzeit: 120 Minuten FSK: 12 R: Justin Lin D: Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Zoe Saldana, Simon Pegg, John Cho, Anton Yelchin, Idris Elba
Trailerlink
Kauflink

Christian

Bildquelle: Paramount Pictures, Bad Robot, Perfect Storm Entertainment

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen