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Tracks (2013)



Tracks erzählt die Geschichte der Aussteigerin Robyn Davidson, die durch ihren Drang nach Freiheit und Einsamkeit eine wahnsinnige Wanderung durch die Wüste Australiens, von Alice Springs bis zum indischen Ozean, unternimmt. Bei ihrer strapaziösen Reise durch die trockene, heiße Kulisse wird sie von Kamelen und ihrem treuen Hund begleitet. Um die Reise zu finanzieren verspricht sie ihre Story einem Magazin und dessen Fotografen.

Wer liebt sie nicht? Diese Geschichten von Freiheit, Natur und dem Aussteigen aus der kapitalistischen Welt? Wir lieben diese Stoffe, diese mal mehr oder mal weniger wahren Geschichten wie zuletzt Into The Wild, Wild oder eben der hier besprochene Tracks. Dieses Material funktioniert, weil sich viele Menschen nach dem Abenteuer sehnen, den Wunsch verspüren einfach loszulaufen. Tracks präsentiert dabei im Vergleich zu den anderen genannten Filmen den Unterschied, dass die Hauptfigur sich bewusst schweren Umständen wie Trockenheit und Hitze aussetzt, also schon die Grundvoraussetzungen ganz andere sind. Regisseur John Curran, der bis dato eher mit kleinen Produktionen vertraut wurde, stellt zwei Dinge in den Mittelpunkt seines Films. Zum einen die großartig eingefangenen Landschaftsaufnahmen Australiens. Obwohl die Natur größtenteils eher menschenfeindlich daher kommt, so strahlt sie eine enorme Faszination aus. Auf der anderen Seite haben wir Protagonistin Robyn, hervorragend performt von Mia Wasikowska (Stoker, Lawless, Crimson Peak). Wasikowska ist sich für keine Szene zu fein und stellt Robyn extrem authentisch dar, mit all den Stärken und Schwächen der Figur. Während der Film und die Kameraführung zu Beginn noch ungewohnt distanziert zur Hauptfigur sind, ändert sich dieser Eindruck mit Einsetzen der physischen und psychischen Strapazen maßgeblich. Tut es im Film weh, tut es dem Zuschauer weh.


Tracks wirkt deutlich ruhiger und geerdeter als die eher trendigen und modischen Wild und Into The Wild. Jedoch hat auch Tracks mit ein paar Problemen zu kämpfen, die es in den anderen genannten Filmen so nicht gab. Ja es handelt sich um eine wahre Geschichte. Dennoch muss man dem Film ankreiden, dass er sich an vielen Stellen innerhalb der Laufzeit wiederholt und generell keine besonders aufregende Geschichte erzählt. Tracks ist ein Film der Bilder, die ürigens von einem großartig reduzierten Score begleitet werden und seiner großartig aufspielenden Hauptdarstellerin. Die anderen Figuren bleiben blass, auch wenn der von Adam Driver (Star Wars VII, Girls, Frances Ha) durchaus interessant gespielte Fotograf ein paar Momente hat. Letztlich ist Tracks dann in Sachen Inszenierung und Storytelling doch zu konventionell um sich mit den herausragenden Genrevertretern messen lassen zu können. An vielen Stellen plätschert der Film vor sich hin und verfällt in eine Monotonalität. Aber das klingt dramatischer als es letztlich auf der Leinwand ist. Tracks ist lebensbejahendes Kino mit einer großartigen Mia Wasikowska und großartigen Bildern und Klängen. Manchmal reicht das eben auch aus.

OT: Tracks DT: Spuren VÖ: 2013 Laufzeit: 112 Minuten FSK: 6 R: John Curran D: Mia Wasikowska, Adam Driver, Emma Booth
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Christian

Bildquelle: Ascot Elite Home Entertainment, Universum Film

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