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Lights Out (2016)



Rebecca hat das Elternhaus früh verlassen. Die eigenen Dämonen und besonders jene ihrer schwierigen Mutter haben ihr Leben nicht einfach gestaltet. Doch alles schien sich zum positiven zu entwickeln, bis Beccas Stiefvater stirbt und ihrem kleinen Bruder ein ähnliches Kindheitsschicksal droht. Ein unheimliches Wesen, welches nur in der Dunkelheit erscheint, gefährdet erneut das Leben und den Zusammenhalt einer ganzen Familie. Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Seht euch Lights Out an! Möglicherweise wird es in diesem Jahr keinen besseren Horrorfilm auf der großen Leinwand zu bestaunen geben.

Lights Out macht alles besser. Besser als all die Geister- und Creaturefilme der letzten Jahre. Reduziert auf die wesentlichen Elemente eines großartigen Horrorstreifens. Lights Out ist pures Adrenalin. Der schwedische Regisseur David F. Sandberg liefert ein blitzsauberes, hochspannendes Spielfilmdebüt ab, welches auf einem eigenen Kurzfilm basiert, der u.a. dafür sorgte, dass sich Horrorstarregisseur James Wan (The Conjuring) Sandberg annahm und dessen Lights Out mitproduzierte. Eine größere Auszeichnung kann man momentan im Genre gar nicht bekommen. Sandberg wird im übrigens die Fortsetzung zu Annabelle drehen und versprach bereits im Vorfeld sämtliche Fehler des Vorgängers korrigieren zu wollen. Jedenfalls legt Lights Out ein abnormales Tempo vor. Die Story ist auf knappe 80 Minuten gebrochen und dennoch fehlt nichts. Die Figuren haben Tiefe, die Story ist ausgefeilt und Lights Out bietet einiges auf der audiovisuellen Ebene. Die Effekte sind mehr als gelungen, der Sound großartig und atmosphärisch gehört Sandbergs Film zur Oberliga.


Was Lights Out auszeichnet sind die tollen Figuren. Alle sympathisch und alle handeln authentisch und plausibel. Die Menschen reagieren so wie es vermutlich echte Menschen tun würden. Selten und lobenswert. Die gelungene Besetzung äußert sich als weiterer Pluspunkt des Horrorfilms. Teresa Palmer (Warm Bodies, Triple 9) zeigt, dass sie einen Film auf ihren Schultern tragen kann und ist in meiner persönlichen Gunst noch mal deutlich gestiegen. Kinderdarsteller Gabriel Bateman zeigt ein weiteres mal sein Talent und Maria Bello als psychisch kranke Mutter überzeugt ebenfalls. Generell ist es übrigens bemerkenswert, wie elegant und emotional Sandberg sein Konstrukt um dieses Familiendrama über physische Krankheiten spinnt, ohne dabei auch nur eine Sekunde lang den Unterhaltungswert zu senken. Als wäre das nicht genug, ist Lights Out auch noch einer der gruseligsten und effektivsten Horrorfilme der letzten Zeit. Nicht nur die schaurige Stimmung lässt den Puls nie ruhen, auch die grandiosen Jump Scares sind ein echter Knaller. Der Film war so aufregend, dass zwei Typen in der Reihe vor mir vorzeitig den Saal verlassen haben. Kommentar: "Du ich halt das nicht mehr aus, mein Herz, lass uns rausgehen." Aber stimmt schon, auch ich habe mich in den letzten Jahren selten so erschreckt wie bei Lights Out und das heißt wirklich was. Über das überraschend gute Ende haben wir da noch nicht mal geredet...

Lights Out bekommt eine klare Empfehlung von mir. Kurz und knackig, im Vergleich zu langweiligen anderen Genrevertretern irgendwie entschlackt, lehrt uns Sandberg Furcht und Schrecken. Die moderne, aber auf Klassikern basierende Inszenierung, die starke Besetzung und die großartige Atmosphäre lassen keinen anderen Eindruck zu, als dass es sich bei Lights Out möglicherweise um den besten Horrorfilm des Jahres handelt. Was für eine Überraschung.

OT: Lights Out VÖ: 2016 Laufzeit: 81 Minuten FSK: 16 R: David F. Sandberg D: Teresa Palmer, Maria Bello, Alicia Vela-Bailey
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Warner Bros.

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