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Saw II (2005)



Nach dem Erfolg des Originals musste die Cash-Cow am Leben gehalten werden und so nutzte man ein längst verstaubtes Drehbuch von Darren Lynn Bousman, welches rein gar nichts mit dem Saw Franchise am Hut hatte und ermutigte den Autoren auch noch direkt dazu dieses Drehbuch selbst zu inszenieren, aber eben als Teil der Saw-Reihe. In Saw II wurde nach den Ereignissen des ersten Teils ein weiteres Opfer des Jigsaw-Killers gefunden. Und auch Jigsaw selbst kann von Detective Eric Matthews festgenommen werden. Doch all das ist nur Teil des finsteren Jigsaw-Plans in dem vor allem Matthews Sohn eine sehr große Rolle spielen wird...

Anders als im Vorgänger ist dieses Mal eine größere Gruppe Menschen, scheinbar aussichtslos, in einem Gebäude voller tödlicher und gefährlicher Fallen eingesperrt. Darunter der Sohn, des im Jigsaw-Fall ermittelnden Detectives. Jener versucht natürlich das Leben seines Sohnes zu retten und erfährt auf dem Weg dorthin so einiges über die Psyche des Jigsaw-Killers. Und darin liegt eigentlich auch schon mit die einzige im Vergleich zum Original dazugewonnene Stärke. Sowohl Jigsaw, als auch die eingesperrten Insassen erhalten deutlich mehr Hintergrund und Geschichte. Unterhaltsamer als das Original ist Saw II auch, jedoch längst nicht so spannend, auch wenn die Fortsetzung ebenso auf eine twistorientierte Erzählung setzt wie der Vorgänger.

Besonders kreativ an Saw II sind jedoch nur die fiesen Fallen Jigsaws. Die Szene in der Nadelgrube dürfte zu den wenigen Highlights des gesamten Franchises zählen. Man sieht dem Horrorfilm deutlich an, dass das Budget im Zuge des bahnbrechenden Erfolgs des Erstlings gewachsen ist. Dennoch legt auch Regisseur Bousman wert auf einen düsteren, schmutzigen Grittylook. Das passt aber zur Stimmung. Der Aufbau von Saw II ist nahezu identisch mit dem Vorgänger. Es gibt das Kammerspiel und auf der anderen Ebene die Ermittlungsarbeit. Jedoch bekommt letztere deutlich weniger Erzählzeit zugesprochen. Eine gute Entscheidung.


Saw II wiederholt eigentlich so ziemlich alle Schwächen des Vorgängers. Die Schauspieler sind wieder nur zum Zweck anwesend. Neben Tobin Bell, Donnie Wahlberg und Dina Meyer sind hauptsächlich Seriennebendarsteller mit an Bord. Die Figuren sind leider so mies geschrieben, dass man keinerlei Sympathien verteilen kann. Vielleicht der größte Schwachpunkt der ganzen Reihe. Die meisten Figuren nerven dagegen sogar noch zusätzlich. Ja die Welt von Saw ist dunkel, böse und gemein, aber für einen guten Film benötigt man eben auch gute Figuren. An Technik mangelt es bei diesem Schnelldreh auch wieder. Der Schnitt ist grausig und die Kameraführung wie schon im Vorgänger zumindest gewöhnungsbedürftig.

Und warum wiederholt - da greife ich schon mal die nächsten Reviews vorweg - eigentlich jeder Eintrag im Saw-Franchise den Fehler, sämtliche Twists bis auf den letzten Schritt aufzulösen und so zu erklären, dass auch noch der unaufmerksamste Zuschauer denken kann: "Oh da habe ich ja nichts verpasst!". Liebe Autoren, Regisseure und Produzenten - wir sind nicht doof. Wir verschwenden zwar massig Geld im Jahr an viele eurer mittelmäßigen Filme, aber doof sind wir nicht. Letztlich ist Saw II ein stellenweise nerviges, teilweise auch grundsolides Sequel. Nicht mehr und nicht weniger.

OT: Saw II VÖ: 2005 Laufzeit: 92 Minuten FSK: 18 R: Darren Lynn Bousman D: Tobin Bell, Shawnee Smith, Donnie Wahlberg
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Christian

Bildquelle: Twisted Pictures, Studio Canal, Lionsgate, Kinowelt

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