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Nerve (2016)



"Bist du ein Watcher oder Player?" - Jene Frage muss sich auch das schüchterne Mauerblümchen Vee stellen, die endlich mal aus ihrem genormten Leben ausbrechen will. So entscheidet sich die Teenagerin für die Teilnahme am Online-Game Nerve, ein Spiel der Marke "Wahrheit oder Pflicht" ohne den Wahrheit-Part. Damit stürzt sich Vee in eine Nacht ohne Grenzen, in das Abenteuer ihres Lebens, doch mit welchen Konsequenzen?

Nerve könnte sowas wie das Guilty Pleasure des Kinojahres 2016 werden. Der temporeiche Thriller der Paranormal Activity-Franchise erfahrenen Regisseure Joost und Schulman trotzt nur so vor Cheesyness und bremst auch leider immer dann ab, wenn es prekär werden könnte für die jugendlichen Zuschauer. Früh wird klar, dass man auch einen Film für ein deutlich älteres Publikum hätte schaffen können, aber Geld regiert nun mal die Welt. Und trotz dieser kritischen Zeilen, bewegt sich Nerve bei mir auf der Haben-Seite. Nerve fängt das bunte und wilde Treiben New Yorks zwischen all der Neonreklame ziemlich gut ein und liefert den passenden und modernen Elektropop-Soundtrack gleich mit. Spannend ist die oberflächlich gestaltete Story ebenfalls.


Nerve trifft den Zeitgeist und vermittelt vor allem das enorme Tempo der Story auf die Leinwand. Leider funktioniert das Leinwandpaar bestehend aus Emma Roberts und Dave Franco höchstens mittelmäßig. Es mangelt ganz klar an Harmonie und Authenzität zwischen den beiden Figuren. Einzeln betrachtet funktionieren die Charaktere jedoch schon. Nur was Juliette Lewis geritten hat in einer solchen Rolle und dann auch noch mit solchem Overacting aufzutreten, wird mir ein Rätsel bleiben. Ebenfalls enttäuschend ist das extrem schwache, pseudomoralische Ende. Der Film baut so viel Spannung auf, nur um im Finale den Pay-Off einfach auszulassen. Als moderner Thriller für Teenager funktioniert der Film jedoch absolut, verkauft niemanden für dumm und ist deutlich besser als so mancher cineastischer Mist, der sonst so für eben jene Zielgruppe produziert wird.

Nerve fehlt am Ende zwar ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal und ein gelungenes Ende, aber für einen Kinobesuch lohnt sich der Streifen durchaus, denn bis zum Schlusswort kann der Film ziemlich gut unterhalten, auch wenn die Zielgruppe ganz klar formuliert ist. Aber auch für Leute abseits der Generation Smartphone wird durchaus etwas geboten, ansonsten hätte ich nicht einen solch kurzweiligen Spaß erlebt.

OT: Nerve VÖ: 2016 Laufzeit: 96 Minuten FSK: 12 R: Ariel Schulman, Henry Joost D: Dave Franco, Emma Roberts, Emily Meade, Kimiko Glenn, Juliette Lewis
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Christian

Bildquelle: Lionsgate

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