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The Purge: Election Year (2016)



Auch Jahre nach dem sich Leo Barnes gegen die Rache am Mörder seines Sohnes entschieden hat, ist die alljährliche Purge-Nacht, in der zwölf Stunden lang unbestraft das Verbrechen, vor allem der Mord, zelebriert werden darf, noch in aller Munde. Allerdings stehen auch Wahlen in den Staaten an. Und erstmalig macht eine größere Bewegung gegen das Recht auf Säuberung mobil. Insbesondere auf der Agenda der möglichen Präsidentin Charlene Roan steht eine sofortige Abschaffung der Purge-Nacht. Doch ihre politischen Gegner wollen sich derartiges nicht gefallen lassen und so liegt es an Leo Barnes, mittlerweile Security-Chef der Präsidentschaftskandidatin Roan, die Option auf ein Ende des Mordens aufrecht zu erhalten.

Das The Purge Franchise dürfte einzigartig sein. Ich kann mich jedenfalls an keine Filmreihe in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren erinnern, die qualitativ einen solchen Sprung vom unterdurchschnittlichen ersten Film zum nun mehr sehr gelungenen dritten Ableger vollzogen hat. In gewisser Weise ist Election Year sogar seinem Vorgänger Anarchy überlegen. Regisseur James DeMonaco bringt seine eigene Adaption von John Carpenters Escape From New York förmlich auf die Spitze. War schon der Kniff des zweiten Teils, die Story auf das viel interessantere Außensetting zu legen gelungen, so bringt das frische politische Element, auch hinsichtlich der in der Realität im November anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA noch mal neues Leben ins Franchise. Keine Angst, auch Election Year ist pures Entertainment, an der Grenze zum Trash. Es gibt hier weder tiefgründige Charaktere noch politische Studien zu bestaunen.


Einige der Aussagen gehen sogar deutlich zu weit. Dass beispielsweise eine farbige Gemeinde alles dafür tut, um eine nicht grade vermögensarme, weiße Präsidentschaftskandidatin am Leben zu halten, grenzt schon an mangelndem Realitätsbewusstsein, egal wie idealistisch man auch sein mag. Die Stärken des Films zeigen sich immer dann, wenn der Film zwar düster ist, sich aber selbst nicht besonders ernst nimmt. Zum Beispiel als ein Purge-Opfer auf offener Straße mittels einer Guillotine enthauptet wird oder eine Gruppe Purger mit grellbeleuchteten Autos und aufgedrehtem Party In The USA von Miley Cyrus durch die Straßen cruist. Auch der wenig subtil angedeutete Mordtourismus kommt nicht zu kurz. Regisseur DeMonaco liefert hier insbesondere für Fans des 80er Jahre Kinos einige richtig große Momente ab. Der heimliche Star des Films ist aber zum zweiten Mal Badass Frank Grillo, der einfach ein toller Sauhund ist. Grillos Leinwandpräsenz ist bockenstark. Was man dem Film dezent ankreiden kann, ist, dass er seine Horrorwurzeln nahezu vollständig abgestreift hat. Election Year ist viel mehr ein düsterer Actionthriller, der aber natürlich immer noch einige Gewaltspitzen liefert.

Letztlich ist The Purge: Election Year der bis dato beste Film der Reihe und für Genrefans eine absolute Empfehlung. Man bekommt hier spannendes B-Movie Kino gezeigt, das leider etwas unter den zu zeigefreudigen Trailer im Vorfeld gelitten hat. In Zeiten einer möglichen Präsidentschaft Donald Trumps wirken politische Auswüchse eines The Purge kaum noch utopisch und dadurch umso aktueller.

OT: The Purge: Election Year VÖ: 2016 Laufzeit: 105 Minuten FSK: 16 R: James DeMonaco D: Elizabeth Mitchell, Frank Grillo, Mykelti Williamson
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Christian

Bildquelle: Universal, Blumhouse

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